Hygiene rettet Leben

Infektionen im Krankenhaus haben fatale Folgen. Durch entsprechende Hygienemaßnahmen können sie sehr gut verhindert werden. Verantwortlich für das Hygienekonzept am Reha-Zentrum Gernsbach sind unter anderem Dr. Georg Pawlik, Oberarzt in der Neurologie, und Dr. Charlotte van Erckelens, Oberärztin in der Geriatrie.

Worauf kommt es beim Thema Krankenhaushygiene an?

Dr. Charlotte van Erckelens: Unser engmaschiges Hygienekonzept haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Beratungszentrum für Hygiene, BZH, in Freiburg entwickelt und eine Struktur größtmöglicher Sicherheit in allen Bereichen erarbeitet. Auf jeder Station gibt es einen Hygienebeauftragten für die Pflege. Ebenfalls ist in der Therapie für jeden Standort ein Hygienebeauftragter vorhanden. Wir sind eng vernetzt über direkte und informelle Kontakte, Begehungen und Schulungen der Mitarbeiter. Wir halten regelmäßige Hygieneschulungen ab, deren Besuch für alle verpflichtend ist.

Was sind Aufgaben eines Hygienebeauftragten?

Dr. Georg Pawlik: Unser Aufgabengebiet erstreckt sich von der Bereitstellung der Händedesinfektion in allen Räumen, der Erstellung von Patientenmerkblättern bis zur strengen Kontrolle auf Krankenhauskeime. Viele der Patienten in Phase B kommen von der Intensivstation einer Akutklinik. Sie werden gleich bei der Ankunft per Screening und Abstrich auf multiresistente Keime untersucht. Falls der Test positiv verläuft, wird der Patient sofort isoliert. In diesem Fall gibt es Richtlinien für alle Mitarbeitergruppen und wirkungsvolle Behandlungsmethoden.

Besucher werden aufgefordert, die Hände zu desinfizieren und aktuell auch einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In Schulungen für Mitarbeiter arbeiten Sie auch mit Schwarzlichtlampen. Wie funktioniert das?

Pawlik: Ob am Computer auf der Tastatur, auf den Griffen in der Bahn, auf dem Handy, Bakterien sind überall, auch wenn wir sie nicht sehen. Ein Bakterium misst etwa einen Tausendstel Millimeter. Händehygiene gehört zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen, um die Übertragung von Krankheiten und Infektionen zu vermeiden. Die Schwarzlichtmethode ist hier sehr erhellend, um den Mitarbeitern zu zeigen, welche Hygienelücken es gibt. Man hält die Hände nach einer simulierten Desinfektion unter eine spezielle UV-Lampe. Das Ergebnis ist sofort sichtbar und sehr beeindruckend. Flächen, die nicht leuchten, wurden nicht ausreichend desinfiziert.

Wie bringen Sie sich auf den neusten Stand der Forschung?

van Erckelens: Wir werden regelmäßig betreut durch eine externe Hygienefachkraft und einen Krankenhaushygieniker des BZH. Diese unterstützen uns in Form von regelmäßigen Supervisionen, Vor-Ort-Terminen und Schulungen. Zweimal jährlich finden Sitzungen einer Hygienekommission statt, hier sind auch Mitglieder der Geschäftsleitung eingebunden. Bei unserem jährlich stattfindenden „Tag der Händehygiene“, zu dem auch Patienten und Angehörige eingeladen sind, erhöhen wir die Akzeptanz unserer Bemühungen.

Ihre Ansprechpartner

Dr. med. Georg Pawlik

Dr. med. Georg Pawlik

Oberarzt der Fachklinik für Neurologie

MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach

Dr. med. Charlotte van Erckelens

Dr. med. Charlotte van Erckelens

Oberärztin der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation

MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach