Krankheitsbild: Herzrhythmusstörungen

Pro Tag schlägt das Herz etwa 100.000 Mal. Doch was ist, wenn es plötzlich aus dem Takt gerät? Ob Herzrhythmusstörungen harmlos oder lebensbedrohlich sind, lässt sich durch entsprechende Untersuchungen klären.

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Wie oft unser Herz schlägt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie etwa unserem Alter: Das Herz eines gesunden Erwachsenen schlägt zum Beispiel etwa 70 Mal pro Minute, das eines Babys dagegen rund 130 Mal. Als Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) werden Unregelmäßigkeiten unseres Herzschlags bezeichnet.

Normalerweise sorgt der sogenannte Sinusknoten dafür, dass das Herz im richtigen Rhythmus (Sinusrhythmus) schlägt. Der Taktgeber sitzt im rechten Herzvorhof, erzeugt und leitet elektrische Impulse weiter (Erregungsbildung und Erregungsleitung). Führt der Sinusknoten einer dieser beiden Funktionen nicht mehr ordnungsgemäß aus oder werden darüber hinaus noch zusätzliche Impulse gebildet, kann es sowohl in den Herzkammern als auch in den Herzvorhöfen zu Herzrhythmusstörungen kommen. Sie werden unterteilt in:

  • Bradykardie: weniger als 60 Schläge pro Minute – das Herz schlägt zu langsam
  • Tachykardie: mehr als 100 Schläge pro Minute – das Herz schlägt zu schnell
  • Extrasystolen: Herzschläge, die außerhalb des regulären Grundrhythmus auftreten

Vorhofflimmern – eine besonders häufige Herzrhythmusstörung

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern, bei der es zu schnellen und unregelmäßigen Erregungen im Herzvorhof kommt. Etwa 1% der Menschen leiden darunter. Es wird je nach Schweregrad unterteilt in:

  • Paroxysmales Vorhofflimmern, das anfallsweise auftritt und spontan wieder verschwindet.
  • Persistierendes Vorhofflimmern, das länger andauert oder nur durch die Einnahme von Medikamenten beendet werden kann.
  • Permanentes Vorhofflimmern, das dauerhaft besteht.

Dieses Vorhofflimmern kann schwerwiegende Folgen haben: Dadurch, dass sich die Herzvorhöfe nicht mehr regelmäßig zusammenziehen, können Blutgerinnsel entstehen, die fortgeschwemmt werden und die Gefäße des Gehirns verschließen. Es besteht das Risiko für einen Schlaganfall. Auch andere Gefäßverschlüsse (Embolien) sind möglich.

Ursachen für Herzrhythmusstörungen

Dafür, dass das Herz aus dem Rhythmus gerät, können unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein:

  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzklappenerkrankungen
  • Herzmuskelerkrankungen

Auch andere Erkrankungen können sich auf das Herz auswirken und in Form von Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen – zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus oder chronische Lungenerkrankungen.

Dass sich der Herzrhythmus verändert, geschieht jedoch auch bei (herz)gesunden Menschen. Als auslösende Faktoren für Herzrhythmusstörungen kommen in Betracht:

  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Schlafmangel
  • Stress
  • Drogenkonsum
  • Alkohol- oder Nikotinkonsum
  • übermäßiger Konsum von Kaffee
  • Nervosität oder Angst
  • üppige Mahlzeiten

Welche Symptome deuten auf Herzrhythmusstörungen hin?

Wie Herzrhythmusstörungen wahrgenommen werden, ist individuell unterschiedlich: Manche sprechen von Herzrasen, andere von Herzstolpern – und einige berichten davon, dass es sich anfühlt, als würde das Herz eine kleine Pause machen. Folgende Symptome sind bei Herzrhythmusstörungen möglich:

  • Herzrasen
  • Herzstolpern
  • Atemnot
  • Druckgefühl in der Brust, Angina pectoris (Brustenge)
  • Schwindelgefühl
  • Verminderung der körperlichen Belastbarkeit
  • allgemeine Leistungsschwäche
  • Panikattacken
  • Schweißausbruch

Wie wir Herzrhythmusstörungen behandeln

Diagnose von Herzrhythmusstörungen

Da Herzrhythmusstörungen in der Regel als Folge einer anderen Grunderkrankung auftreten, ist es besonders wichtig, die Ursache ausfindig zu machen und diese mit zu behandeln.

Zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen dienen uns folgende Methoden:

  • Anamnesegespräch zu Dauer, Häufigkeit, auslösenden Faktoren, Grunderkrankungen
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Langzeit-EKG – in der Regel über einen Zeitraum von 24 Stunden
  • Belastungs-EKG

Reha bei Herzrhythmusstörungen

Eine Reha bei Herzrhythmusstörungen wird notwendig, wenn als Ursache eine Herzerkrankung vorliegt oder es bereits zu einem Herzinfarkt kam. Sie werden im MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach umfassend von qualifizierten Spezialisten betreut, um Ihre Lebensqualität zu verbessern und Sie vor weiteren Erkrankungen zu schützen. Sie erhalten einen individuell geplanten Therapieplan zur Behandlung Ihrer Herzrhythmusstörungen.

Folgende Therapiemöglichkeiten kommen bei Herzrhythmusstörungen beispielsweise infrage:

  • medikamentöse Behandlung (Antiarrhythmika)
  • Krankengymnastik
  • Physikalische Therapien
  • Ergotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Abbau von Risikofaktoren, zum Beispiel durch Raucherentwöhnung
  • Planung von Arbeitsplatzanpassung, Wiedereinstieg in den Job, berufsfördernder Maßnahmen oder Rentenantragstellung
  • Hilfe zur Bewältigung der Erkrankung
  • Einleitung von Anpassung an Sport- und Freizeitaktivitäten
  • Anleitung zum Umgang mit Stress wie etwa durch Entspannungsverfahren

Wenn Ihnen ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator eingesetzt wurde, steht Ihnen unser Experten-Team in der Reha zur Seite:

  • optimale Versorgung der Wunden durch speziell ausgebildetes Wundmanagement-Team
  • Anleitung zur Bewegung
  • Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Schrittmachers, ggf. Umprogrammierung

Selbsthilfe bei Herzrhythmusstörungen

Wenn Sie das erste Mal Herzrhythmusstörungen bemerken, sollten Sie Ihre Beschwerden ärztlich abklären lassen. Liegt keine Erkrankung als Ursache vor, können Herzrhythmusstörungen in Zukunft in manchen Fällen schon vermieden werden, indem Sie auslösende Faktoren wie Alkohol, Kaffee, Nikotin oder Stress meiden.

Es gibt Methoden, die in Absprache mit dem Arzt in Einzelfällen zur Selbsthilfe bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden können. Sie werden als Vagusmanöver bezeichnet. Dazu zählt zum Beispiel, schnell ein Glas kaltes Wasser zu trinken, die Halsschlagader zu massieren oder Druck auf die geschlossenen Augen auszuüben oder starkes Pressen (Bauchpresse). Ihren Namen tragen die Vagusmanöver, weil sie dazu dienen, den Vagus-Nerv anzuregen, der bei der Steuerung des Herzrhythmus eine Rolle spielt. Lassen Sie sich dazu gerne von uns beraten!

Wer Sie behandelt

Dr. med. Franz van Erckelens

Dr. med. Franz van Erckelens

Chefarzt der Fachklinik für Innere Medizin und Kardiologie

Dr. med. Nicole Toussaint

Dr. med. Nicole Toussaint

Oberärztin der Fachklinik für Innere Medizin und Kardiologie

Wundteam

Andrea Eichberger-Schmeiser

Martina Iannuzzi-Nedeljew

Szilvia Toth-Kazmamer

Larissa Reis

Wie Sie uns kontaktieren können

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Kristina Babic
Patientenverwaltung +49 7244 992 620